GO BACK TO  - SCH - (Click here) - Firmenübersicht -

SCHLICHTE

Firm No. 28123333

Steinhagen

mehr Infos am ENDE der Seite


     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0103230

_Inhalt: ALTE ERNTE

Menge: [20ml]

_ ALK:

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0103240

_Inhalt: ALTE ERNTE

Menge: 0,04l

_ ALK:

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0163840

_Inhalt: DOPPELKORN

Menge: [20ml]

_ ALK: 38 VOL.%

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. : 0201140

_Inhalt: FÄLINGER

Menge: 0,04l

__ALK: 32% vol

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (X) 

     
  Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. : 0241830

_Inhalt: heide=Thaler

Menge: [20ml]

__ALK: 38 VOL.%

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __Kategorie: (X)

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0241835

_Inhalt: Heide=Thaler

Menge: [20ml]

_ ALK:

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0303030

_Inhalt: KORN QUELL

Menge: [20ml]

_ ALK:

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?)

 

 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0303920

_Inhalt: Korn=Thaler

Menge: [20ml]

_ ALK: 38 Vol.%

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-X) - (S2-?) 

 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0303930

_Inhalt: Korn=Thaler

Menge: [20ml]

_ ALK:

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0303940

_Inhalt: Korn Thaler

Menge: 0,02l

_ ALK: 38 Vol %

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?) 

 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0321830

_Inhalt: LEIB WÄCHTER

Menge: 0,02l

_ ALK: 35% vol

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0321840

_Inhalt: LEIBWÄCHTER

Menge: [20ml]

_ ALK:

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0321847

_Inhalt: LEIB WÄCHTER

Menge: 0,04l

_ ALK: 35% vol.

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0321850

_Inhalt: LEIB WÄCHTER

Menge: 0,04l

_ ALK: 35% vol

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-77-0) - (S2-?) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0461320

_Inhalt: Schlichte

Menge: [20ml]

_ ALK: 38 Vol.%

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-X) - (S2-?) 

 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0461330

_Inhalt: Schlichte

Menge: [20ml]

_ ALK: 38 Vol.%

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-X) - (S2-?)

 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0461430

_Inhalt: Schlichte

Menge: [40ml]

_ ALK: 38 Vol.%

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-X) - (S2-?)

 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. : 0461440

_Inhalt: Schlichte

Menge: [40ml]

__ALK: 38 Vol.%

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (X) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0461460

_Inhalt: Schlichte

Menge: 0,04l

_ ALK: 38% vol

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-X) - (S2-?) 

 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0461470

_NAME : Schlichte

Menge: [40ml]

_ ALK:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying : 2016  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __(S1-X) - (S2-?) - (S3-?)

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. : 0504440

_Inhalt: Urbrannt

Menge: 0,04l

__ALK: 38% vol

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (X) 

 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0541920

_Inhalt: Weizen=Thaler

Menge: [20ml]

_ ALK: 38 VOL.%

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-X) - (S2-?) 

     
 

Number of Firm.: 28123333

_____Bottle Nr. :  0541930

_Inhalt: Weizen=Thaler

Menge: [20ml]

_ ALK:

INFO.:

INFO.:

INFO.:

YEAR / Buying :  ______GRÖßE [SIZE] :

[PRICE]  __KAT1: (S1-X) - (S2-?) 

     
28.01.1985

SPIRITUOSEN

Gegen den Trend

Schinkenhäger und Schlichte kommen demnächst aus einem Unternehmen: Die beiden größten Steinhäger-Produzenten schließen sich zusammen. *

Mehr als hundert Jahre lang waren die beiden reichsten Familien im westfälischen Dorf Steinhagen bei Bielefeld nicht gut aufeinander zu sprechen.

Nur die Frauen trafen sich schon mal zum Kaffeekränzchen; die Männer gingen sich meist aus dem Weg.

Beide Familien, die Schlichtes und die Königs, verdienen ihr Geld im gleichen Gewerbe.

Sie füllen in ihren Betrieben Schnaps ab, eben den Steinhäger.

Beim Gerangel um Käufer und Gastronomen, erinnert sich ein Steinhagener Gastwirt, "gönnte keiner dem anderen einen Stich".

Dem Geschäft schadete das lange Jahre wenig. Vom Klaren aus Steinhagen konnten mehrere Firmen und Familien gut leben.

Seit einigen Wochen jedoch ist es mit der Rivalität der in Sichtweite produzierenden Steinhäger-Brenner vorbei.

Spätestens im Frühjahr wollen die verfeindeten Schnapsfabrikanten gemeinsame Sache machen.

Dann sollen die Steinhäger-Marken "Original Schlichte" (Werbeslogan: "Trinke ihn mäßig, aber regelmäßig") und "Schinkenhäger" sowie eine Reihe weiterer Spirituosen aus einem Hause kommen.

Die überraschende Fusion der einst größten Arbeitgeber in der 9000-Einwohner-Gemeinde am Südhang des Teutoburger Waldes war, so ein ehemaliger König-Manager, "ein dringendes Gebot

der Vernunft, dem man schon viel eher hätte folgen müssen".

Seit Jahren erlebt das Hauptprodukt der Steinhagener Rivalen "eine Talfahrt wie kaum eine andere Spirituose", wie Josef Cornelissen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Kornbrenner, beobachtet hat.

Von dem Abwärtstrend waren "Schinkenhäger" und "Schlichte" gleichermaßen betroffen. "Wir wunderten uns nur noch", meint Cornelissen, "daß es immer noch weiter bergab gehen konnte."

Schuld daran sind zu einem beträchtlichen Teil die mehrfachen Erhöhungen der Branntweinsteuer.

Die Schnapssteuer stieg seit 1972 um 70 Prozent. Die Steuer - fast sieben Mark bei einer 0,7-Liter-Flasche Steinhäger - trieb die Preise für alle Spirituosen in die Höhe und zwang die Kundschaft zur Mäßigung.

So fiel der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Spirituosen von acht Liter (1980) auf 6,7 Liter (1983), während der Verbrauch an Bier und Wein noch stieg.

Doch der Rückgang traf die Schnapshersteller unterschiedlich. Denn in den letzten Jahren veränderte sich auch der Geschmack der Trinker. Den Herstellern von klarem Korn ohne Geschmackszusätze gelang es zum Beispiel, ihre Position zu halten. Einige Brenner, etwa die Firmen Strothmann und Schwarze, konnten sogar den Absatz einzelner Kornmarken deutlich steigern.

Gegen den Trend entwickelten sich auch einige Importschnäpse.

So wurden der griechische Weinbrand Metaxa und der italienische Kräuterbitter Campari zu Bestsellern in Deutschland.

Eierliköre und Wacholderschnäpse hingegen kamen aus der Mode.

Der Niedergang der einst renommierten Steinhäger hatte daher schon vor den letzten happigen Steuererhöhungen begonnen.

Seit 1970 sank der Absatz des mit Wacholderbeeren aus der Toskana doppelt und dreifach gebrannten Steinhägers um deutlich mehr als die Hälfte.

Mit den höheren Steuern ging es dann für die Westfalen immer steiler bergab. 1983 konnten die beiden feindlichen Steinhäger zusammen nur noch knapp sechs Millionen Flaschen "Schinkenhäger" und "Original Schlichte" losschlagen - nicht einmal soviel, wie von Metaxa oder Campari verkauft wurden.

Die Gewinne erinnerten nur noch schwach an die Glanzzeiten der fünfziger und sechziger Jahre.

Der nun eingeleitete Zusammenschluß ist der vorläufige Endpunkt einer lokalen Tradition, die bereits im Mittelalter ihren Anfang nahm.

Der Überlieferung zufolge wurde der Steinhäger zunächst als Heiltrank gebraut. Denn die Wacholderbeeren, so die damalige volksmedizinische Weisheit, "fördern den Schweiß und die Dauung, stärken den Magen, machen einen lieblichen Atem und sind gut in der Colic, auch gegen Blasen- und Nierensteine".

Zunächst produzierten die meisten Brenner in Steinhagen kaum über den eigenen Hausbedarf hinaus.

Erst um 1840 begann der Commerciant Heinrich Wilhelm Schlichte, seinen Schnaps außerhalb zu verkaufen. Ernsthafte Konkurrenz erwuchs ihm 1873, als Henrich Christoph König begann, seinen zunächst "Urquell" genannten Schnaps ebenfalls überall im Land anzubieten.

Jahrzehntelang lieferten sich die beiden ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. Jeder verfolgte genau, was der andere tat. Die König-Sippe setzte schon früh auf moderne Werbemethoden.

Mit dem Schinkenbild auf dem Tonkrug schuf sie eines der ältesten Warenzeichen in Deutschland. Doch beim reinen Steinhäger-Geschäft konnten die Königs keinen Vorsprung herausschlagen.

Die Firmen entwickelten sich dennoch sehr unterschiedlich. Die konservativere

Schlichte-Sippe nutzte ihre Erträge überwiegend dazu, den weitläufigen Grundbesitz in und um Steinhagen zu mehren.

Die König-Männer hingegen bauten vor allem ihren Betrieb aus.

So nahmen sie in den sechziger Jahren den Wodka "Puschkin" und den Magenbitter "Leibwächter" sowie Weinbrand und Sekt in ihr Sortiment auf.

Innerhalb kurzer Zeit entwickelten sie sich zum größten Unternehmen der Spirituosen-Industrie.

Die Position des Marktführers hat die König-Sippe längst wieder verloren. Sie wurde überholt von der Eckes-Gruppe, die mit dem Billig-Weinbrand "Mariacron" die wohl erfolgreichste Spirituose der Nachkriegszeit hervorbrachte.

Je stärker die Konkurrenz außerhalb des Westfalen-Dorfes wurde, um so häufiger war in Steinhagen von einem Zusammenschluß die Rede.

Damit sollte vor allem auch verhindert werden, daß die großen Handelsketten die Steinhäger-Produzenten gegeneinander ausspielen und die Preise drücken.

Doch die ersten drei Anläufe scheiterten am Starrsinn der Schnapsfabrikanten: Keiner wollte als Verlierer dastehen.

Schließlich waren es die leitenden Angestellten, die dafür sorgten, daß sich die Eigentümer noch einmal zusammensetzten.

Eine Lösung kam dann nur zustande, weil beide Familien sich aus der Geschäftsleitung zurückziehen und in den Aufsichtsrat wechseln wollen.

Das Tagesgeschäft übernehmen familienfremde Manager, denn die, meint Steinhäger-Fabrikant Harald König, "gehen leidenschaftsloser an ihre Aufgabe heran".

Das ist auch nötig. Die Betriebe müssen rationalisiert werden, Entlassungen scheinen unvermeidlich. Das Sortiment wird gestrafft; in den König-Destillen werden zukünftig die Konsummarken, bei Schlichte die Spezialitäten abgefüllt.

Das Ziel hat Harald König klar vor Augen: "Der Steinhäger soll sich nach dem Vorbild der französischen Cognac-Brenner und Champagner-Abfüller als lokale Spezialität profilieren."

Die juristischen Voraussetzungen sind gegeben.

Schon in den dreißiger Jahren wurde höchstrichterlich festgestellt, daß "echter" oder "original" Steinhäger nur aus Steinhagen stammen darf.

Und dort wird es wohl bald nur noch eine Schnapsfirma geben.

Wenige Tage nachdem die Fusion der Unternehmen Schlichte und König beschlossen war, wurde bekanntgegeben, daß die neue Firma eine weitere Schnapsbrennerei in Steinhagen übernehmen wird:

die Firma Friedrich Niederstadt, die 1983 rund eine Million Flaschen absetzte. Damit vereint der Verbund bereits 97 Prozent des Steinhäger-Absatzes auf sich.

Nun können nur noch zwei Mini-Brenner, die Firmen Juckemöller und Kissler, dem Steinhäger-Trust Konkurrenz machen.

Doch auch dieses Problem dürfte bald gelöst werden. Harald König: "Wir reden intensiv miteinander."

H. W. Schlichte



Laufzeit : 1688-1995


Inhalt : Firmensitz: Steinhagen
Branche: Spirituosenindustrie (Brennerei)
Der Name Schlichte ist im Herforder Raum Mitte des 16. Jahrhunderts erstmals nachweisbar, seit Mitte des 18. Jahrhunderts waren Schlichtes in Steinhagen ansässig. Als Landwirte und Kleinhändler beschäftigten sie sich nebenberuflich mit der Brennerei (Wacholderbranntwein "Steinhäger"). Als Hausbrand wurde "Steinhäger" von der Familie Schlichte spätestens ab 1766 hergestellt. 1840, zu Lebzeiten von Heinrich Wilhelm Schlichte, war der Übergang zum gewerbsmäßigen Brennen bereits vollzogen. Ende des 19. Jahrhunderts setzte unter den Brüdern Robert und Rudolf Schlichte - sie waren in den 1870er Jahren in die Firma eingetreten - ein nachhaltiger Aufschwung ein. Die Firma H.W. Schlichte gewann Preise auf zahlreichen Ausstellungen (unter anderem Weltausstellungen Chicago 1893 und Paris 1900) und exportierte weltweit. Auf der Düsseldorfer Industrie- und Gewerbe-Ausstellung 1902 präsentierte das Unternehmen erstmals sein "Westfälisches Bauernhaus" mit einem eigenen Restaurationsbetrieb. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Brennereigebäude mehrmals vergrößert und modernisiert. Neue Produkte, z.B. Cognac, kamen zum "Steinhäger" hinzu. 1922 gab es neben dem Schlichte-Steinhäger weitere zwölf Schlichte-Produkte, u.a. Korn und Cherry-Brandy.

Der industrielle Brennereibetrieb blieb bis heute mit ausgedehnter Landwirtschaft verbunden. Die Familie Schlichte besaß mehrere Höfe, auf denen die Abfälle aus der Brennerei (Schlempe) in der Viehzucht verwendet werden konnten. Ende des 19. Jahrhunderts hatte man zu diesem Zweck den Gräfenhof und den Austmannshof angekauft.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg unterhielt die Firma Schlichte Filialen bzw. Restaurationsbetriebe in Brüssel (1906-1918), Köln (1910-1943) und Berlin (1913-1926). Später kam Essen (1930-1934) hinzu. 1926 überführte man die Firma in eine oHG. Ein Jahr darauf, nach dem Tod von Robert Schlichte, übernahmen dessenSöhne Herbert und Werner die Unternehmensleitung. Der in dieser Zeit entwickelte Slogan "Trinke ihn mäßig, aber regelmäßig" prägte die Werbung der Fa. Schlichte über Jahrzehnte. Die Beschäftigtenzahlen schwankten zwischen 100 und 150.

In den 20er Jahren expandierte das Unternehmen zwar zunächst auch durch den Erwerb von Tochtergesellschaften (1925 Kurtrier AG in Trier; 1927 Egon Braun AG, später Norwin, in Hamburg). Doch die Wirtschaftskrise zog die Firma Schlichte stark in Mitleidenschaft: Der Ausstoß sank von knapp 380.000 Litern (1928/29) auf 175.000 Liter (1932/33). Bis zum Zweiten Weltkrieg entwickelte man sich dann aber zu einer der größten Spirituosenfirmen Deutschlands, der Ausstoß stieg bis auf 950.000 Liter (1939/40). Die Firma Schlichte war mit weitem Abstand der größte Steinhäger-Produzent Deutschlands. Im Krieg durfte fast nur an die Reichswehr verkauft werden, zeitweise lag die Brennerei still und die Firma mußte auf Schreinereiprodukte und Rüstungsbedarf (Munitionskisten, Geschosse) ausweichen.

In den 50er Jahren stiegen die Steinhäger-Umsätze nochmals stark an. Ein Zeichen für die große Bedeutung der Fa. Schlichte auf dem Spirituosenmarkt war die herausragende Position von Herbert Schlichte als Mitbegründer und Vorsitzender des Verbandes der Markenspirituosen-Industrie (1949-1960). Organisatorisch trennte man das eigene Unternehmen 1949 in die H.W. Schlichte oHG und die H.W. Schlichte Vertriebsgesellschaft mbH.

Die Fa. Schlichte übernahm in der Nachkriegszeit wiederholt Spirituosenproduzenten bzw. deren Marken (z.B. Keucks "Türkisch Mokka", Winkelmanns "Boonekamp", Closterbrenne-rei AG in Emmendingen, Fa. Franz Bauer in Graz). 1969 arbeiteten in der Schlichte-Gruppe 500 Beschäftigte, davon etwa die Hälfte im Steinhagener Stammbetrieb. 1970, nach dem Tod von Herbert Schlichte, erfolgte der Übergang auf die nächste Familiengeneration an der Spitze des Unternehmens. Seit Mitte der 60er Jahre wurde die Marktlage schwieriger. 1985 fusionierten die beiden größten Steinhäger-Brennereien Schlichte und H.C. König zur König & Schlichte GmbH & Co.; Arbeitsplatzabbau und Sortimentsreduzierung folgten. 1990 über-nahm die Fa. I.B. Berentzen die Mehrheit der Anteile. Bereits 1992/93 zog sich Berentzen zu-rück, es erfolgte eine Entflechtung und die Fa. H.W. Schlichte wurde - nunmehr im Verbund mit Friedrich-Wilhelm Schwarze - wieder selbständig. An der heutigen H.W. Schlichte Steinhäger- und Kornbrennerei GmbH & Co. sind die Familien Schlichte und Schwarze beteiligt.